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Regattaregeln

Dank Uli Finckhs Hilfe können wir Euch die gängigsten Regattaregeln anhand der folgenden Standardfälle erklären. Guckt Euch die Bilder an und überlegt, welches Boot sich wie verhalten muss und lest Euch dann Ulis Texte durch. Wenn Euch noch weitere Fälle einfallen, meldet Euch bei Tim, der sie gezeichnet hat.



Fall 1, Start am Schiff

Die Boote nähern sich der Startlinie um zu starten. Am Startschiff hat das Luvboot keinen Anspruch auf Bahnmarkenraum oder Raum an einem Hindernis (Siehe Vorspann zu Regeln 18 bis 20). Boot 1 hat Wegerecht vor Boot 2, was wiederum Wegerecht vor Boot 3 hat (Regel 11). Boot 3 riskiert, am Startschiff abgestreift zu werden.
Vor allem wenn die Startschiffseite der Linie bevorzugt ist, gelangt Boot 3 schnell zu weit nach Luv und würde beim Abfallen zur Startlinie unweigerlich Fahrt aufnehmen ohne dafür Platz zu haben. Da bleibt dann meist nicht anderes übrig, als auf der falschen Seite des Startschiffs noch mal eine Ehrenrunde zu drehen.



Fall 2, Luvtonne

Boot 1 hat die Luvtonne mit Wind von Backbord zu hoch angefahren. Die mit Wind von Steuerbord kommenden Boote haben alle Wegerecht. Die Option eines der Boote zu unterwenden oder gar direkt vor einem Boot zu wenden, führt mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoß gegen die an der Bahnmarke verschärfte Wende-Regel (Regel 13 und 18.3(a)) oder auch zum Verhungern. Die Gefahr, dass man dann einen Strafkringel drehen muss oder eine Disqualifikation riskiert, ist groß.
Die bessere Option ist es, rechtzeitig eine Lücke zwischen den ankommenden Booten auszumachen, hindurch zu stechen und dann oberhalb der ankommenden Boote zu wenden.



Fall 3, Luvtonne

Beide Boote fahren die Backbord zu rundende Luvtonne sehr knapp mit Wind von Backbord an. Wenn Boot 1 in Luv überlappt, muss Boot 2 ihm den Bahnmarken-Raum geben, damit es die Tonne umwenden kann (Regel 18.2(b) und Definition Bahnmarken-Raum). Ist Boot 2 beim Erreichen der Zone klar voraus, darf es Boot 1 an der Bahnmarken abstreifen, muss sich aber bei einer Wende um die Bahnmarke von Boot 1 frei halten und darf nicht vor dessen Bug wenden.
Beide Boote müssen den mit Wind von Steuerbord ankommenden Booten ausweichen.



Fall 4, Spigang

Boot 1 hat, weil Wind von Steuerbord, Wegerecht vor Boot 2 und 3 und kann sie damit zur Halse oder zum Passieren hinter seinem Heck zwingen. Boot 2 hat dabei das Problem, dass es nach einer Halse einen Kollisionskurs zu Boot 3 fährt. Da Boot 1 aber für die Boote 2 und 3 ein Hindernis ist, hat Boot 2 nach der Halse Anspruch auf Raum von Boot 3.
Es ist in so einem Fall sinnvoll, auf diesen Anspruch auf Raum rechtzeitig hinzuweisen. Boot 3 muss diesen Raum aber auch dann geben, wenn er nicht ausdrücklich verlangt wurde.



Fall 5, Gate

Boot 1 hat, da es Wind von Steuerbord hat Wegerecht vor Boot 2 und darf sich aussuchen, welche Gate-Bahnmarke es runden will. Setzt es seinen Weg bis zur rechten Gate-Tonne fort muss es aber Boot 2 Bahnmarken-Raum geben, der so ausreichend sein muss, dass Boot 2 dort vernünftig halsen kann.



Fall 6, Gate, rechte Tonne

Boot 1 hat zwar als Boot mit Wind von Steuerbord Wegerecht, muss aber Boot 2 unaufgefordert Bahnmarken-Raum geben. Bahnmarken-Raum ist der Raum um zur Bahnmarke zu fahren und dort ein normales Halsemanöver zum Runden der Bahnmarke zu fahren.


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